Lesung im Stall

Schöne Bescherung: Wolff-Ulrich Fenske versetzt das Publikum im Kuhstall in Reute in beste Laune

Das Försterhaus-Areal in Reute erstrahlte in weihnachtlichem Glanz am vergangenen Freitagabend. Der Verein Kultur im Försterhaus hatte zur Lesung von Wolff-Ulrich Fenske eingeladen. Der Weihnachtsbaum strahlte schon von der Straße, das lodernde Feuer in der Feuerschale verbreitete heimelige Wärme, Apfelglühwein Hefezöpfe und Linzertorten - alles hausgemacht - sorgten für inneres Wohlbefinden.
Das Reutener Barock-Musik-Trio d´ Anches spielte im Wintergarten und in der Galerie – es hätte nicht verwundert, wenn pausbäckige Engel am Himmel erschienen wären. Auch im liebevoll dekorierten historischen Kuhstall fehlten nur noch die Krippe, Ochse und Esel, um das Bild abzurunden.
Doch im mit rund 60 Plätzen vollbesetzten Kuhstall war es vorbei mit der besinnlichen Stimmung als Wolff-Ulrich Fenske mit der Lesung seines Programms „Es hätte viel schlimmer kommen können! Oder: Wie wir Weihnachten überlebt haben“ begann.
Seine selbst verfassten Erzählungen kleiner und kleinster Pannen rund um das Weihnachtsfest trug der versierte Fenske mit viel Esprit und feiner Ironie vor. Begleitet wurde er dabei von Musik des Duos Fridolin Steiert (an der Klarinette) und Wolfgang Ochsenhirt (an der Gitarre).
Das Publikum kam aus dem Lachen kaum heraus: zum Beispiel als es um gebuchte Weihnachtsmannbesuche ging, die völlig aus dem Ruder laufen; oder um die lebenslustige Oma, die ihrer Familie einen schwarzen Weihnachtsmann als Ehemann präsentiert. Zum Abschluss erklärte Fenske den Frauen im Publikum, was im Manne vorgeht in der Weihnachtszeit und welch unendlicher Druck auf ihm lastet bezüglich der perfekten Geschenkauswahl (die dann aber eben doch nicht perfekt ist). Unter Gelächter und Applaus erntete er dafür zustimmendes Kopfnicken der Männer, die Frauen warfen sich oder ihrem Begleiter wissende Blicke zu. Nur eine Erzählung hatte sich Fenske herausgegriffen, die nicht aus seiner Feder stammt, sondern von Robert Gernhardt: Die Falle. Fenske kommentierte diese Entscheidung mit den Worten: „Robert Gernhardt ist ein Spötter. Darum gefällt er mir.“ Und damit ist eigentlich alles gesagt über diesen heiteren Abend.
Melanie Geppert

Das Video zum Abend